CANDY BASSAS & AMRITA DHILLON

things fall apart

8. Mai bis 5. Juli 2024

Die Dorothea Konwiarz Stiftung freut sich, die Ausstellung von Candy Bassas und Amrita Dhillon zu präsentieren.
Die Malereien der Stipendiatinnen des Förderjahrgangs 2023/24 zeigen Menschen in trügerischen Paradiesen. 

 

How to formulate a poetics of collapse? How to speak of meaning in an apocalypse? Of beauty? 

The works of Amrita Dhillon and Candy Bassas are bound together by a common understanding of the  world as one in which the veil of stability, continuity and the comfort of construct has been lifted. 

The artists share a friendship. They study together and both make paintings of figures. 

At this point the works diverge, Dhillon painting on velvet and satin towards a fecund dreamspace where beauty and ugliness intermingle, swirling dark forces barely occluded by a fragile veneer of decadent, ever-fading glamour. Bassas’ figures on canvas conversely sit within water, shadow and moonlight, restless, searching,  uncertain — reflected and refracted in a natural landscape pregnant with both threat  and solace. 

Things Fall Apart (1958), the novel by Nigerian author Chinua Achebe that gives this exhibition its title, describes a world at a precipice, hovering on the brink of a change so great that after which no lives or ways of living will ever be the same again. Achebe in turn was referencing WB Yeats’ The Second Coming (1919), written after the first World War and as the Irish War of Independence began. Yeats was drawing from Christian apocalyptic imagery to allegorically describe a world devolving, beset by war and disease. 

A century later we stand once again at a precipice, a brink, a world devolving. 

Dorje de Burgh 

 

Wie formuliert man eine Poetik des Zusammenbruchs? Wie kann man bei einer Apokalypse von Sinn sprechen, von Schönheit?

Die Werke von Candy Bassas und Amrita Dhillon sind durch ein gemeinsames Verständnis der Welt verbunden, in der der Schleier der Stabilität, der Kontinuität und des komfortablen Konstrukts gelüftet wurde.

Die Künstlerinnen verbindet eine Freundschaft. Sie studieren zusammen und schaffen beide figurative Malerei. An diesem Punkt gehen die Arbeiten auseinander: Dhillon malt auf Samt und Satin, um einen fruchtbaren Traumraum zu kreieren, in dem sich Schönheit und Hässlichkeit vermischen, wirbelnde, dunkle Kräfte, die kaum von einer zerbrechlichen Hülle aus dekadentem, vergänglichem Glamour verdeckt werden. Bassas‘ Figuren auf der Leinwand sitzen dagegen im Wasser, im Schatten und im Mondlicht, ruhelos, suchend, unsicher – gespiegelt und gebrochen in einer Naturlandschaft, die sowohl Bedrohung als auch Trost in sich birgt. 

Things Fall Apart (1958), der Roman des nigerianischen Autors Chinua Achebe, der dieser Ausstellung den Titel gibt, beschreibt eine Welt am Abgrund, die am Rande eines so großen Wandels schwebt, dass danach kein Leben und keine Lebensweise mehr dieselbe sein werden. Achebe wiederum bezog sich auf WB Yeats‘ The Second Coming (1919), das nach dem Ersten Weltkrieg und zu Beginn des irischen Unabhängigkeitskrieges geschrieben wurde. Yeats schöpfte aus der christlichen Apokalyptik, um allegorisch eine sich auflösende Welt zu beschreiben, die von Krieg und Krankheit heimgesucht wird.

Ein Jahrhundert später stehen wir erneut an einem Abgrund, einem Rand, einer Welt, die sich auflöst. 

Dorje de Burgh [übersetzt aus dem Englischen]