ANNA RAOH

Stipendiatin 2024/25

Anna Raoh wird 1995 in Nürnberg geboren. Sie wächst in einem Luftschutzbunker auf. Nach ihrem Umzug nach Berlin studiert sie Archäologie an der Freien Universität Berlin und arbeitet in Ägypten, Jordanien und der Türkei, ehe sie 2020 das Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin aufnimmt. Sie studiert in der Klasse von Prof. Mathilde ter Heijne und veranstaltet seit 2023 als Teil des Kollektivs adrenalin Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten.

In meiner Arbeit befasse ich mich mit Gegensätzlichkeiten von verschiedenen Realitäten und der Ontologie von Zeitlichkeit. Mich interessieren die Wechselspiele von fluider Lebendigkeit und Statik, Verschlossenheit und Transparenz, Isolation und Observation. Als zentrales Motiv dient die Behausung als semipermeable Membran zwischen Innen und Außen. Sie verkörpert die Härte eines schützenden Raumes auf der einen Seite, und das Organische, Fehlbare, Weiche, Lebendige, Sterbliche, Wandelbare, das darin und außerhalb wohnt auf der anderen. Dabei vergegenwärtige ich Vergänglichkeit, untersuche Erinnerung, Objekt, Zufälligkeit und Wandel, versuche ihre Emotionalität zu ergründen. Als Zugang dienen mir archäologische, historische und autobiografische Fragmente, die sich aus Orten, Erzählungen und (Familien-)Archiven speisen. Ich erstelle Zusammenkünfte von Materialien und Techniken aus verschiedenen Zeiten, die sich in meinen Arbeiten begegnen und austauschen, sich widersprechen und vereinen dürfen.

IG: Anna Raoh