Stipendiatinnen 2020/21 & Dorothea Konwiarz

Jane Garbert, Marlen Letetzki, Olivia Parkes, Solveig Schmid, Inia Steinbach & Dorothea Konwiarz

Mi. 15.09. bis Sa. 18.09.2021, 14 bis 18 Uhr

Unsere Stipendiatinnen 2020/21 zeigen neue Werke mit Arbeiten der Stifterin und Malerin Dorothea Konwiarz.

MARLEN LETETZKI

Februar 2022

INIA STEINBACH

Februar 22

JANE GARBERT

Januar 2022

STIPENDIATINNEN 2020/21

Jane Garbert, Marlen Letetzki, Olivia Parkes, Solveig Schmid, Inia Steinbach

9. Sept. bis 25. Nov. 2020

Inia Steinbach

Meine Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Malerei und Installation.
Ausgangspunkt sind meist schnelle, impulsive Zeichnungen in Form von Strichfiguren auf Malerei oder als Zeichnung im Raum. Die intuitive Zeichnung verkörpert als symbolische Geste das, was wir an gelernten bewussten und unbewussten Verhaltensmustern verinnerlicht haben. Das transparente PVC bietet dabei eine einzigartige Oberfläche, die die Farbe grundsätzlich abweist. Erst durch Überlagerungen vieler lasierender Schichten wird die Malerei sichtbar, wobei alle Prozessschritte durchscheinen. Die Strichfiguren treten selbst als Charaktere auf und stellen auf humorvolle Art und Weise unsere Auffassung von gesellschaftlicher Normalität in Frage.

 

Jane Garbert

Ein tragendes Element in meiner Kunst ist die Poesie. Plastische Zustände – das kann etwas Weggeworfenes oder provisorisch Angebrachtes oder ein flüchtiger Moment sein – fungieren als visuelle Impulse. Alltagsornamentik und Rythmik sind zwei große Themen meiner Arbeit.
Wie eine Art Appell „ Mach was mit mir!“ Dinge aus dem ursprünglichen Kontext zu nehmen, Irritationen zu schaffen, um neue Assoziationsketten frei zu legen interessieren mich.
Oft spielt die Suche nach einer materiellen Entsprechung eine Rolle. Das ästhetische Verhältnis wird durch den sinnlichen Transformationsprozess der Malerei greifbar gemacht.

 

Solveig Schmid

Solveig Schmid beschäftigt sich mit Formen, die etwas andeuten, ohne es zu bestimmen. Durch prozesshaftes Herantasten anhand von Sprache und Symbolik erscheinen diese als malerische Kontexte auf der Leinwand. Zeit und Materialität spielen eine übergeordnete Rolle in ihren Werkprozessen. Die Sinnlichkeit ihrer Malerei und das Spiel mit Linien und Flächen visualisieren die Komplexität des ursprünglich reduzierten Farbspektrums.
Staffelauf-Kollektiv

 

Marlen Letetzki 

Was sich in der Bilderwelt von Marlen Letetzki abspielt, ist nicht greifbar und umso faszinierender. Die besondere Ästhetik der fein nuancierten Farbtöne erzeugt eine Oszillation der Bildtiefe. Nicht nur die glatte Oberfläche der ausschließlich mit Pinsel gefertigten Arbeiten erinnert an ein Display. Bildzitate der Kunstgeschichte stehen neben medialen Fundstücken sowie digital generierten Elementen in malerischer Übersetzung, wie die gleichzeitig geöffneten Fenster am Monitor. Das assoziative Bedeutungsgefüge kontrastiert Marlen Letetzki mit einem pastosen Pinselduktus, der den Fokus wieder auf die Ebene des Materials verschiebt.

 

Olivia Parkes

Die Serie „Time to Run“ zitiert Räume aus religiösen Darstellungen und versucht diese neu zu denken, indem diese zu Bühnen werden, die anstelle von Wunder vielmehr Momente vor oder nach einer mehrdeutigen Katastrophe zeigen. Wovor versuchen diese Figuren wegzulaufen und was passiert, wenn sie den Rahmen verlassen? Zum Teil ist die Arbeit eine Antwort auf das zwanghafte Bedürfnis unserer Gesellschaft, einer Zukunft entgegenzueilen, auch wenn diese Zukunft sich bereits als katastrophal ankündigt. Die Bilder laden den Betrachter ein, die Zeit anders zu fühlen, sich eine alternative Zeitlichkeit vorzustellen, die sich aus einem Krisengefühl ergeben könnte. In diesem Moment kultureller Produktion denke ich viel über Zeitlichkeit nach, vor allem die Dauer des Schauens, und gerade deshalb wende ich mich immer wieder der Malerei zu. Meine Bilder entfalten sich im Laufe der Zeit und bieten die Möglichkeit zu erleben, wie Momente zur Dauer werden und wie die Gegenwart zeitlos zu sein vermag.

SOLVEIG SCHMID

21 Tage

Januar 2022

1960 hielt der plastische Chirurg Dr. Maxwell Maltz in seiner Publikation „Psycho-Cybernetics“ schriftlich fest, dass Patient:innen mindestens 21 Tage brauchen, um sich an die Veränderung des eigenen Körpers zu gewöhnen. Es wird außerdem gesagt, wir bräuchten 21 Tage, um eine Gewohnheit zu verändern.
Diese Überlegungen sind Ausgangspunkt für den Titel der ersten Einzelausstellung von Solveig Schmid. In ihren Arbeiten nehmen Zeit und Materialität eine besondere Position ein. Die Chronologie der Arbeitsschritte, die ihren künstlerischen Prozess begleiten, ist im Laufe der Zeit zur Routine der Künstlerin geworden.
In Schmids großformatigen Werken sind feine Strukturen und dezente Kontraste deutlich sichtbar. Wie ein samtener Teppich legt sich Schicht über Schicht. Feststehende Körper sind dabei nur angedeutet und erscheinen lediglich als eine Spur auf der Leinwand, ohne explizit aufgegriffen zu werden.
Schmids Arbeit verbindet zeichnerische und malerische Elemente, ihre Flächen erscheinen wie Nahaufnahmen von Linien und Kanten. Daraus ergibt sich ein sinnliches Zusammenspiel, das die Komplexität des ursprünglich reduzierten Farbspektrums unterstreicht. Auf diese Weise untersucht die Künstlerin traditionelle Sehgewohnheiten und mögliche Größenverhältnisse im Raum. Unwillkürlich stehen die Betrachter:innen vor Fragen nach dem Innen und Außen, nach Nähe und Distanz.

Julia Meyer-Brehm

OLIVIA PARKES