EMELI THEANDER

Dorothea-Konwiarz-Bonus für Malerei 2025/26

Emeli Theander wurde 1984 in Schweden geboren. Nach ihrem Schulabschluss 2003 zog sie nach Berlin und verdiente ihren Lebensunterhalt einige Jahre mit dem Verkauf ihrer Zeichnungen als Siebdrucke auf Flohmärkten. In dieser Zeit machte sie auch Street Art unter dem Namen Chin Chin. Sie studierte Bildende Kunst in der Klasse von Valerie Favre an der Universität der Künste 2006-2012. Während ihres Studiums und eines sechsmonatigen Künstlerstipendiums in der Platoon Kunsthalle in Seoul legte sie das Pseudonym Chin Chin auf Eis und konzentrierte sich stattdessen auf die Ölmalerei. Von 2009 bis 2011 wurde sie von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. 2013 erhielt sie den „Preis der Sammlung Merkel und der Stiftung für Malerei“, 2014/2015 würde sie Dorothea-Konwiarz Stipendiatin. 2020 gewann sie den Delphian Open Call. Im selben Jahr kuratierte sie ihre erste Gruppenausstellung im Kunstverein Montabaur b-05 im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz. 2024 gewann sie den „Jackson’s Art Prize“. Sie hat an zahlreichen Ausstellungen und Kunstmessen teilgenommen, darunter „Drawing Now“, Carreau du Temple, (Paris 2026, 2023), „Hopscotch“, Bonian Space (Peking 2024), „Dream Keepers“, Galerie Sczydlowski (Warschau 2024), „A la Source“, Galerie DYS (Brüssel 2023), „End of Eden“, Galerie Wolfsen (Aalborg 2022), „Doing Identity – The Reydan Weiss Collection“, Kunstmuseum Bochum (2017), „Objects of Attention“, Estnisches Museum of Applied Arts and Design (Tallinn 2018), „Not Guided to Get Here“, Kommunale Galerie Berlin (2018) und „Projekt für die Gegenwart“, Haus am Lützowplatz (Berlin 2010).

Ich arbeite vorwiegend mit Malerei und Zeichnung. Meine Kunst bewegt sich in Landschaften und Situationen, die weniger geografsche Orte als psychische Zustände darstellen. Mich interessiert, wie das Selbst und seine Umgebung miteinander verwoben sind und wie die Grenzen zwischen Schutz und Ausgesetztheit, Natur und Kultur, Stabilität und Aufösung fießend bleiben. Meine Bildwelt ist von Ambivalenz geprägt. Was zunächst vertraut oder idyllisch erscheint, kann zugleich Verletzlichkeit, Spannung oder Fremdheit in sich tragen. Viele Arbeiten kreisen um die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Erfahrungen und die Frage, wie sich diese in Bildern verdichten lassen. Wiederkehrende Figuren, Tiere und andere Elemente treten in wechselnden Beziehungen zueinander. Sie erscheinen als Begleiter, Gegenüber oder Störenfriede und verschieben die Grenzen eines vermeintlich geschlossenen Selbst. Durch die Verbindung fgurativer Motive mit freien malerischen Prozessen entstehen offene Bildwelten, in denen Erzählungen fragmentarisch bleiben und unterschiedliche Lesarten nebeneinander bestehen können.