
Ich zeichne mit Ölkreide auf Papier. Der Ausgangspunkt meiner Arbeit ist mein Körper. Ich löse ihn von meinem Selbst und forme ihn zur Figur Eva. In ihr geht es um Schutzsuche, Trieb, Scham, Angst und Angriff. Ich übersetze diese Zustände in Haltungen. Sie zeigen das Unbewusste klarer als Gesichter, die wir hinter Masken verstecken können.
Im Arbeitsprozess wird das Papier zum Spiegel und zum Ort der Nacktheit und Aussetzung. Verletzlichkeit ist Bedingung von Nähe und zugleich der Preis ihrer Möglichkeit. Durch sie entsteht Exponiertheit. In diesem Widerspruch entsteht Spannung. Wann wird Schutz vor Schmerz selbst zur Gewalt? Jeder Mensch wird irgendwann gestochen. Beim Arbeiten streife ich bewusst über diese Stachel.
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Werkabbildungen 2 & 3 © Meret Freisen



