VIOLA DEL MONTE & NELE NAPIWOTZKI

Stipendiatinnen 2025/2026

18. März bis 3. Mai 2026

Eröffnung Fr., 13. März 2026 | 18 bis 21 Uhr

 

Der „Pas de Deux“ bezeichnet im klassischen Ballett ein Duett, das meist den zentralen Moment des Stücks bildet. Die Ausstellung überträgt die Bezeichnung auf das Zusammenspiel zweier Positionen, die sich entlang der Figurationen in den Räumen der Galerie entfalten. Es entsteht eine eigene Dynamik, getragen von voneinander abweichenden und zugleich synchronen Bewegungen im Bildraum. Das Verhältnis der beiden Positionen bleibt bewusst offen. Nähe entsteht durch Gleichzeitigkeit, nicht durch Übereinstimmung; Differenzen werden nicht nivelliert, sondern ausgestellt. Beziehung erscheint hier weniger als Harmonie denn als Spannungszustand zwischen eigenständigen Setzungen. „Pas de Deux“ bezeichnet damit keine choreografierte Einheit, sondern zwei sich separat entfaltende Malweisen im selben Raum. Das Verbindende liegt im Nebeneinander und Gegenüber, im Dazwischen und in der Möglichkeit, Zusammenhänge wahrzunehmen, ohne sie festzuschreiben.

Die Malerei von Viola Del Monte bewegt sich zwischen Nähe und Distanz, zwischen Sehen und Gesehenwerden, und untersucht die Ambivalenz menschlicher Zustände in unterschiedlichen Zonen der Wahrnehmung. Ausgehend von der industriellen Glätte von Luxusobjekten und der fragilen Materialität des Körpers entstehen Bildräume, die zu Projektionsflächen werden. In der Black Series wird beispielsweise die Karosserie des Autos zum Konstrukt eines verdichteten Interaktionsraums.Synthetische Glätte, malerische Materialität und prozessuale Bildhandlung oszillieren zwischen

Oberfläche und Tiefe und verschieben dabei fortlaufend die Perspektive auf das Dargestellte.

In den Bildern von Nele Napiwotzki sind Akteure aus der Commedia dell’arte und anderer Kapitel der Bildgeschichte sowie Anspielungen auf verschiedene märchenhafte Erzählungen zu sehen. Neben den Darstellungsweisen einzelner Figuren und Figurenkonstellationen richtet die Künstlerin ihr Augenmerk auf Ornamente, die sich in Kleidung und Stoffen, Landschaften und Dekorationen der ‚Theaterbühnen‘ ihrer Protagonisten finden. Nicht zuletzt sind es Momente des Schwebens, welche die ruhigen Malereien wie Traumbilder einer vergangenen Zeit erscheinen lassen.

Del Monte | Napiwotzki

 

VIOLA DEL MONTE

 

NELE NAPIWOTZKI