Die Dorothea-Konwiarz-Stiftung freut sich, die Ausstellung von Emeli Theander im Rahmen ihrer Auszeichnung mit dem Dorothea-Konwiarz-Bonus bekanntzugeben. Dieser Bonus wird an herausragende Malerinnen aus dem Kreis ehemaliger Stipendiatinnen verliehen. Mit ihm erhält die Künstlerin eine Fördersumme und eine Einzelausstellung in unserer stiftungseigenen Galerie.
Zur feierliche Eröffnung laden wir Sie herzlich ein:
Freitag, den 4. September 2026, von 18 bis 21 Uhr
· 19 Uhr Begrüßung und Ehrung von Emeli Theander durch den Vorstand
Sonderprogramm zur Berlin Art Week
Zum Berliner Kunstherbst konzentieren wir unsere Kräfte ganz auf das lange Wochenende der Berlin Art Week. Abweichend von den regulären Öffnungszeiten bleibt die Galerie am Mittwoch (9.9.) geschlossen. Dafür öffnen wir von Donnerstag bis Sonntag mit erweiterten Sonderöffnungszeiten und Meet the Artist-Terminen für Sie.
Donnerstag (10.09.): 15 – 21 Uhr – Gallery Night
Freitag (11.09.): 15 – 19 Uhr – Foundation Friday
Samstag (12.09.): 13 – 17 Uhr – Meet the Artist / Emeli Theander vor Ort
Sonntag (13.09.): 13 – 17 Uhr – Meet the Artist / Emeli Theander vor Ort
Nutzen Sie die Tage um mit der Kuratorin Cora Waschke und der Künstlerin Emeli Theander über die Kunstwerke ins Gespräch zu kommen. Weitere Termine mit der Künstlerin während der Ausstellungslaufzeit sind geplant und werden noch bekanntgegeben.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
—
AUSSTELLUNGSTEXT
„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster.“ – Antonio Gramsci (1891–1937)
In den Gemälden und Zeichnungen von Emeli Theander steht der Mensch im Zentrum. Die unbekleideten Frauen tragen Säuglinge, sind umgeben von tierartigen Wesen oder schalkhaften Skeletten. Die Ölgemälden greifen auf archetypische Szenen und kunsthistorische Sujets zurück: in der Natur sitzende, badende oder stillende Frauen. Dabei sind es weder elysische noch anachronistische Bilder. Vielmehr zeigen sich hier zeitlose psychologische Räume, in denen die Landschaften, menschlichen Figuren und ihre Begleiter als Symbole wirken. Die Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft tragen, umfangen oder bedrohen die teils kopflosen oder schwebenden menschlichen Körper.
Gegenüber den fast altmeisterlich in Morgenrot getauchten oder in psychedelischen Windungen ausgeführten Himmels- und Wasserdarstellungen der Gemälde sind die Hintergründe der Zeichnungen zurückgenommen. Auf der warmen Tönung des Papiers deuten nur wenige Linien und Einfärbungen abstrakte Flächen und Räume an. Darauf angeordnet sind die mit ebenso leichten wie präzisen Graphitstrichen ausgeführten und mit Aquarell oder Softpastell colorierten Figuren.
Es erscheint selbstverständlich, dass all diese in Zwischenzuständen gezeigten Menschen – zwischen Tag und Nacht, Diesseits und Jenseits, Realität und Traum – weiblich sind. Mit ihrer Fähigkeit, Leben in sich zu tragen, hervorzubringen und mit ihrem eigenen Saft zu nähren, dabei über sich selbst hinauszuwachsen und gleichzeitig zu vergehen, ist die Frau – und mit ihr die Vorstellung einer Mutter Erde – der Inbegriff des ewigen Zyklus von Übergängen.
In ihrer künstlerischen Beschäftigung mit der Frage nach dem Selbst interessiert sich Theander für die psychoanalytischen und hauntologischen Implikationen des politisch wieder hochaktuellen, eingangs zitierten Gedankens des Philosophen Antonio Gramsci. „Etwas ist nicht mehr da, aber seine Auswirkungen sind vorhanden. Dadurch entsteht eine verwirrende Überlappung von Zeit. Meine Arbeiten kreisen um jene Zwischenzustände, in denen etwas bereits vergangen ist, ohne zu verschwinden, und sich etwas Neues ankündigt, ohne bereits Form angenommen zu haben“, erläutert die Künstlerin.
Die stillen Gefährten der irdenen oder flüchtig-seelenartig dargestellten Menschen treten in Theanders Bildern als zwar unheimliche, aber nicht unbedingt gefährliche Wesen auf. Diese äußeren wie inneren Dämonen scheinen gezähmt von einer ihnen gegenüberstehenden Gelassenheit der Frauen im Angesicht der gewaltigeren Dimensionen von Leben und Tod.
Cora Waschke, 2026
Emeli Theander (*1984 in Schweden) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 2006 bis 2011 Bildende Kunst an der UdK Berlin in der Klasse von Prof. Valérie Favre und schloss 2012 als Meisterschülerin ab. Nach Förderungen durch die Studienstiftung des deutschen Volkes (2009–2011) und einem Residenzstipendium der Platoon Kunsthalle in Seoul (2010) folgten der Preis der Sammlung Merkel und der Stiftung für Malerei (2013) sowie das Stipendium der Dorothea-Konwiarz-Stiftung (2014/15). Sie ist Gewinnerin des Delphian Open Call (2020) und Preisträgerin beim Jackson‘s Art Prize (2024). Ihre Arbeiten werden international in Museen, Galerien und auf Messen gezeigt, darunter im Kunstmuseum Bochum, der Kommunalen Galerie Berlin, dem Estnischen Museum für Angewandte Kunst und Design (Tallinn), der Galerie C / Drawing Now (Paris), Galerie DYS (Brüssel), Galerie Wolfsen (Aalborg), Bonian Space (Peking), Galerie Sczydlowski (Warschau) und dem Kunstverein Montabaur b-05.


























































